Das historische Rathaus

Das Alsfelder Rathaus

Das Alsfelder Wahrzeichen

Das Rathaus (1512-1516) ist eines der bedeutendsten deutschen Fachwerk-Rathäuser. Auf dem schmalen Grundriss des steinernen spätgotischen Untergeschosses, das mit seinen Spitzbögen einst als Markthalle diente, erhebt sich eine zweigeschossige Fachwerkkonstruktion mit vorragenden Geschossen und dreigeschossigem Giebeldach. Die zum Markt gewandte Traufseite ist durch zwei Erker, die Kirchplatzseite durch den gerundeten Treppenturm und einen weiteren Erker, die in spitzen Helmen auslaufen, gegliedert. Kraftige Hölzer, gekehlte Balkenköpfe und gekrümmte Eckstreben prägen den frühen Rähmbau, der eine glückliche Verbindung von der Steinarchitektur zum Holzbau darstellt. Auf der Giebelseite befinden sich flache Mittelerker, bei dem südöstlichen taucht, zum ersten Male in Alsfeld, eine neue Strebenform, eine Vorstufe zum „Wilden Mann“, die „Alsfelder Strebe“ auf. Unter diesem Erker kann man die Jahreszahl 1512 finden. 

Im ersten Obergeschoss sind noch heute die Amtsräume des Bürgermeisters. Zu sehen ist ein Bild der Stadt um die Mitte des 17. Jahrhunderts mit den Wappen der Ratsherren. Im zweiten Obergeschoss befinden sich Sitzungssaal und Standesamtszimmer, das früher als Gerichtsstube diente, wie die prunkvolle Renaissancetür des Alsfelder Kunstschreiners Michael Finck (1604) mit den Intarsienarbeiten, die Justitia darstellend, andeutet. Die kunstvollen Beschläge stammen von dem Alsfelder Schmied Curt Obermann. Mit der Errichtung des Fachwerkes auf dem Steinsockel wurde 1514 Meister Johann beauftragt. In ihm können wir den Meister des Rathauses vermuten. Im Dachgeschoss wurde die Jahreszahl 1516 gefunden, das Obergeschoss wurde erst 1591 und 1604 fertiggestellt. Das Rathaus ist das unverwechselbare Wahrzeichen Alsfelds.

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